Das erste eigene Einkommen auf dem Konto ist ein besonderes Gefühl. Plötzlich kommt regelmäßig eigenes Geld rein und du kannst selbst entscheiden, wofür du es ausgibst. Vielleicht steht die erste eigene Wohnung an, du möchtest dir etwas gönnen, für einen Urlaub sparen oder einfach unabhängiger von deinen Eltern werden.
Mit dem ersten eigenen Einkommen verändert sich aber nicht nur dein Kontostand. Auch finanziell kommen einige neue Themen auf dich zu. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und dir ein paar einfache Gewohnheiten anzueignen. Denn wer früh anfängt, kann sich später vieles leichter machen.
Verschaff dir einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben
Bevor du dir Gedanken über Sparen und Investieren machst, solltest du zunächst wissen, wofür dein Einkommen eigentlich draufgeht.
Neben festen Kosten wie Miete, Handyvertrag oder Versicherungen gibt es viele kleinere Ausgaben, die sich schnell summieren: Essen unterwegs, Streaming-Abos, Shopping oder spontane Treffen mit Freunden.
Ein einfacher Überblick kann schon helfen. Schau dir für einen Monat an:
- Wie viel Geld kommt regelmäßig auf dein Konto?
- Welche festen Ausgaben hast du?
- Wofür gibst du darüber hinaus Geld aus?
- Wie viel bleibt am Monatsende übrig?
Dafür brauchst du keine komplizierte Excel-Tabelle. Auch eine Banking-App oder eine einfache Notiz auf dem Smartphone kann ausreichen.
Finde heraus, was du dir leisten kannst
Mit dem ersten eigenen Einkommen steigt natürlich auch die Versuchung, sich mehr zu gönnen. Schließlich hast du dein Geld selbst verdient. Und genau dafür darfst du es natürlich auch ausgeben.
Wichtig ist nur, dass du deine Ausgaben im Blick behältst. Eine gute Faustregel ist: Plane dein Geld so, dass neben deinen laufenden Kosten auch etwas für deine Zukunft und für spontane Wünsche übrig bleibt.
Dabei kann zum Beispiel die 50-30-20-Regel helfen:
- 50 Prozent für notwendige Ausgaben wie Wohnen, Lebensmittel oder Mobilität
- 30 Prozent für Freizeit, Hobbys und persönliche Wünsche
- 20 Prozent zum Sparen und für deine finanziellen Ziele
Die Aufteilung ist natürlich keine feste Vorgabe. Je nach Einkommen und Lebenssituation kann sie ganz anders aussehen. Sie kann dir aber einen ersten Rahmen geben, um dein Budget zu planen.
Baue dir ein finanzielles Polster auf
Eine kaputte Waschmaschine, eine unerwartete Rechnung oder eine teure Autoreparatur: Unvorhergesehene Ausgaben können jederzeit kommen. Gut, wenn du dann nicht sofort dein Konto überziehen oder dir Geld leihen musst. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an ein finanzielles Polster aufzubauen. Schon kleine Beträge machen einen Unterschied. Wenn du beispielsweise jeden Monat 50 Euro zurücklegst, sind das nach einem Jahr bereits 600 Euro.
Am einfachsten funktioniert das mit einem festen Sparbetrag, der direkt nach dem Gehaltseingang auf ein separates Sparkonto, wie ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto, überwiesen wird. So kommst du gar nicht erst in Versuchung, das Geld auszugeben.
Setz dir konkrete Sparziele
Sparen klingt für viele zunächst nach Verzicht. Das muss es aber gar nicht sein. Viel leichter fällt es, wenn du weißt, wofür du sparst. Vielleicht möchtest du für den nächsten Urlaub sparen, ein neues Smartphone kaufen, den Führerschein finanzieren, deine erste eigene Wohnung einrichten oder dir langfristig ein finanzielles Polster aufbauen.
Überlege dir, welches Ziel du erreichen möchtest und wie viel Geld du dafür brauchst. Anschließend kannst du ausrechnen, welchen Betrag du regelmäßig zurücklegen musst.
So wird aus „Ich sollte eigentlich mehr sparen“ ein konkreter Plan. Wie du im Alltag mit 7 Maßnahmen leichter sparen kannst, erfährst du hier.
Prüfe deine Versicherungen
Mit dem Einstieg ins Berufsleben verändert sich auch deine persönliche Situation. Einige Versicherungen können jetzt wichtiger werden als während der Schulzeit oder des Studiums.
Welche Absicherungen sinnvoll sind, hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Wenn du beispielsweise eine eigene Wohnung, ein Auto oder bereits finanzielle Verpflichtungen hast, können andere Versicherungen relevant sein als bei jemandem, der noch zu Hause wohnt.
Gerade beim Thema Versicherungen lohnt es sich deshalb, nicht einfach irgendwelche Verträge abzuschließen, sondern zunächst zu prüfen: Was brauche ich wirklich und was ist eventuell bereits abgesichert?
Denk frühzeitig an deine Altersvorsorge
Rente klingt wahrscheinlich erst einmal nach einem ziemlich weit entfernten Thema. Trotzdem ist der Berufseinstieg ein guter Zeitpunkt, sich zumindest einmal damit zu beschäftigen.
Der Grund: Beim langfristigen Vermögensaufbau spielt Zeit eine wichtige Rolle. Wer früh mit der privaten Altersvorsorge beginnt, kann häufig mit vergleichsweise kleinen regelmäßigen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen.
Dabei geht es nicht darum, schon mit dem ersten Gehalt riesige Summen zurückzulegen. Viel wichtiger ist, überhaupt anzufangen und sich Schritt für Schritt mit dem Thema zu beschäftigen.
Mach deine Finanzen zur Routine
Du musst dich nicht jeden Tag mit deinem Konto beschäftigen. Aber ein regelmäßiger Finanz-Check kann helfen, den Überblick zu behalten.
Nimm dir beispielsweise einmal im Monat 15 bis 20 Minuten Zeit und schau dir deine Finanzen an:
Was ist reingekommen? Was ist rausgegangen? Was steht in den nächsten Wochen an? Und wie viel kann ich zurücklegen?
Mit der Zeit wird daraus eine ganz normale Routine. Und je früher du einen guten Umgang mit deinem Geld entwickelst, desto leichter wird es dir später fallen, deine finanziellen Ziele zu erreichen.
Fazit: Dein erstes Einkommen ist der Startpunkt
Das erste eigene Einkommen bedeutet vor allem eines: mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung. Du musst nicht von Anfang an alles perfekt machen und schon einen detaillierten Finanzplan für die nächsten 30 Jahre haben.
Wichtiger ist, ein paar einfache Grundlagen zu schaffen: Verschaff dir einen Überblick über deine Ausgaben, setz dir Sparziele, bau ein finanzielles Polster auf und beschäftige dich Schritt für Schritt mit Themen wie Versicherungen und Altersvorsorge.
Denn finanzielle Freiheit beginnt nicht erst mit einem hohen Gehalt. Sie beginnt damit, dass du weißt, was mit deinem Geld passiert – und selbst entscheidest, was du daraus machst.
