Hand aufs Herz: Gehört die Steuererklärung auch zu den Dingen, die du gerne vor dir herschiebst? Damit bist du nicht allein. Viele empfinden das Thema als kompliziert, trocken und zeitaufwendig.
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du deine Steuererklärung nicht nur schneller erledigen, sondern oft auch spürbar Steuern sparen.
Damit du keine wichtigen Sparpotenziale übersiehst, zeigen wir dir die wichtigsten Bereiche, bei denen sich ein genauer Blick lohnt. Damit bist du gut bewaffnet, aus deiner Steuererklärung mehr rauszuholen.
Werbungskosten: Berufliche Ausgaben clever nutzen
Werbungskosten sind alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit deinem Beruf entstehen. Dazu zählen zum Beispiel Fahrtkosten, Arbeitsmittel oder Fortbildungen.
Die wichtigste Grundlage: Das Finanzamt berücksichtigt automatisch den Werbungskostenpauschbetrag von 1.230 Euro pro Jahr. Liegen deine beruflichen Ausgaben darüber, lohnt sich das Sammeln von Belegen.
Homeoffice-Pauschale
Arbeitest du regelmäßig von zu Hause? Dann kannst du die Homeoffice-Pauschale nutzen.
- 6 Euro pro Homeoffice-Tag
- Wichtig: Dokumentiere deine Tage sauber, zum Beispiel im Kalender oder in einer Liste
Gerade bei regelmäßigem Homeoffice kommt hier schnell eine relevante Summe zusammen.
Fahrtkosten zur Arbeit
Auch dein Arbeitsweg zählt.
Für die einfache Strecke zwischen Zuhause und Arbeitsplatz gelten:
- 30 Cent pro Kilometer für die ersten 20 Kilometer
- 38 Cent pro Kilometer ab dem 21. Kilometer
Dabei zählt nicht zwingend die kürzeste Strecke, sondern die sinnvollste und verkehrsgünstigste Route.
Weitere berufliche Kosten
Auch diese Ausgaben können steuerlich relevant sein:
- Fachbücher
- Seminare und Weiterbildungen
- Arbeitsmittel wie Laptop, Drucker oder Büromaterial
- beruflich genutztes Telefon und Internet
Wichtig: Hebe Rechnungen und Belege gut auf.
Kinderbetreuung: Entlastung für Familien
Wenn du Kinder hast, solltest du diesen Bereich unbedingt prüfen.Kinderbetreuungskosten kannst du steuerlich geltend machen, zum Beispiel für Kindergarten, Hort oder eine Tagesmutter.
Bis zu 80 Prozent der Kosten können berücksichtigt werden – maximal 4.800 Euro pro Kind und Jahr bis zum 14 Lebensjahr.
Wichtig: Nur die reinen Betreuungskosten sind absetzbar. Verpflegungskosten zählen nicht dazu.
Entlastung für Alleinerziehende durch Steuererklärung
Bist du alleinerziehend, gibt es zusätzlich den Entlastungsbetrag in Höhe von 4260 Euro pro Jahr für Alleinerziehende. Dieser kann deine Steuerlast deutlich reduzieren.
Ein Blick auf die richtige Steuerklasse lohnt sich hier besonders (am einfachsten bekommst du diesen, wenn du in der Steuerklasse 2 veranlagt bist).
Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen
Viele vergessen diesen Bereich – dabei steckt hier oft überraschend viel Sparpotenzial.
Zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen zum Beispiel:
- Reinigungskräfte
- Gartenpflege
- Winterdienst
- Hausmeisterdienste
- Treppenhausreinigung
Auch als Mieter lohnt sich ein Blick in die Nebenkostenabrechnung. Dort finden sich häufig Kosten, die steuerlich relevant sind.
Du kannst hier 20 Prozent der Kosten steuerlich geltend machen.
Handwerkerleistungen
Auch Handwerkerkosten bringen steuerliche Vorteile, zum Beispiel bei Renovierungen, Reparaturen oder Wartungsarbeiten.
Wichtig dabei:
- Nur Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten sind absetzbar
- Materialkosten zählen nicht
- Die Zahlung muss per Überweisung erfolgen
Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.
Außergewöhnliche Belastungen
Manche Ausgaben entstehen unfreiwillig – zum Beispiel durch Krankheit oder Pflege. Genau dafür gibt es steuerliche Entlastungen.
Dazu können gehören:
- Zahnersatz
- Hörgeräte
- Physiotherapie
- Pflegekosten
- medizinisch notwendige Umbauten
- Fahrtkosten zu Behandlungen
Wenn du in einem Jahr hohe Gesundheitskosten hattest, lohnt sich ein genauer Blick auf diesen Bereich fast immer.
Spenden: Gutes tun und Steuern sparen
Wenn du spendest, kannst du damit nicht nur Gutes bewirken, sondern auch deine Steuerlast senken.
Steuerlich relevant sind zum Beispiel Spenden an gemeinnützige Vereine, Umweltorganisationen, kulturelle Einrichtungen und kirchliche Organisationen.
Wichtig ist ein Nachweis:
- Bis 300 Euro reicht meist der Kontoauszug
- Ab 300 Euro benötigst du in der Regel eine Spendenbescheinigung
Auch Sachspenden können steuerlich berücksichtigt werden.
Unser Tipp: Belege für die Steuererklärung sammeln lohnt sich
Die Steuererklärung muss kein Stressfaktor sein. Wenn du wichtige Belege über das Jahr hinweg sammelst und die größten Sparpotenziale kennst, wird vieles deutlich einfacher. Oft sind es nicht die komplizierten Sonderfälle, sondern die naheliegenden Dinge, die bares Geld bringen: der Arbeitsweg, Homeoffice, Handwerkerkosten oder Kinderbetreuung.
Unser Rat: Lieber einmal genauer hinschauen – denn häufig wartet dort eine Steuererstattung, mit der du gar nicht gerechnet hast. Also setz dich jetzt noch dran und reiche deine Steuerklärung bis zum 31.07.2026 ein! Wenn du wissen möchtest, wie du im Alltag mehr Geld sparen kannst oder deine private Altersvorsorge angehst, informiere dich gerne auf unserem Blog.
